- 18 Menschen haben bisher an unserer Umfrage zur Wohnungssuche in Wien teilgenommen, 15 davon suchen auf willhaben.
- Acht Antworten beschreiben konkret, was bei der Suche stört. Fünf davon nennen Fotos: KI-erzeugt, geschönt oder gar nicht vorhanden.
- Danach folgen Inserate, die längst vergeben sind, fehlende Adressen und fehlende Filter.
- Das ist ein erster Eindruck aus einer kleinen, selbst ausgewählten Gruppe, keine Statistik über alle Suchenden in Wien.
1. Was wir gefragt haben
Die Umfrage hat zwei Fragen. Die erste ist Pflicht: Auf welchen Plattformen suchen Sie nach einer Wohnung? Mehrfachauswahl ist möglich. Die zweite ist ein freies Textfeld: Was nervt Sie bei Ihrer Wohnungssuche am meisten? Sie ist inzwischen freiwillig. Die Teilnahme ist anonym und ohne Anmeldung, die Textantworten erscheinen ohne Namen auf der Ergebnisseite.
Bei den Plattformen ist das Bild eindeutig. 15 der 18 Teilnehmenden suchen auf willhaben, 10 auf ImmoScout24, 4 bei derStandard Immobilien. Je zwei suchen über Freunde und Bekannte oder über Wohnservice Wien und Genossenschaften, je eine Person über ImmoUnited, Facebook-Gruppen oder einen anderen Weg. Direkt bei Maklern und über Lystio sucht in dieser Gruppe niemand. Im Schnitt hat jede Person zwei Plattformen angekreuzt. ImmoUnited kam erst nach dem Start als Antwortmöglichkeit dazu; wer früher teilgenommen hat, konnte es nicht wählen.
2. Was nervt: die acht Antworten im Detail
17 Personen haben das Textfeld ausgefüllt. Die öffentliche Ergebnisseite zeigt davon höchstens zwölf, und nur diese können wir hier auswerten. Eine Antwort wurde zweimal wortgleich eingereicht, wir zählen sie einmal. Eine kommt aus Sicht von Vermietern, eine sagt, es gebe nichts Besonderes. Antworten ohne Bezug zur Wohnungssuche oder mit abwertendem Inhalt haben wir nicht berücksichtigt. Übrig bleiben acht Antworten von Suchenden, die beschreiben, was sie konkret stört. Viele nennen mehrere Dinge, deshalb ergeben die Zahlen zusammen mehr als acht.
| Thema | Antworten (von 8) | Wie es in den Antworten klingt |
|---|---|---|
| Fotos: KI-erzeugt, geschönt oder fehlend | 5 | „Fotos, die nicht der Realität entsprechen“ |
| Inserate abgelaufen oder schon vergeben | 3 | „schon reserviert, warum ist die Anzeige noch da?“ (übersetzt) |
| Fehlende oder falsche Angaben, davon Adresse | 3, davon 2 | „fehlende Adresse bei manchen Objekten oder falsche Angaben“ (übersetzt) |
| Fehlende Filter | 2 | Energieausweis, Baujahr, Gemeinde, Genossenschaft oder privat |
| Zu wenig Zeit, keine Termine | 2 | „oft unter 10min“ für eine Kontaktaufnahme |
| Mietanbot, fehlende Übersetzung, Preisvorstellungen | je 1 | Einzelnennungen |
Fünf von acht Antworten nennen Fotos, denen man nicht trauen kann. Drei davon sprechen ausdrücklich von KI-Bildern oder Fotos, die nicht der Wirklichkeit entsprechen, zwei von Inseraten ganz ohne Foto. Eine Person beschreibt das Problem dahinter: Wer bei jedem Inserat den ganzen Text lesen muss, weil es keinen Filter nach Energieausweis oder Baujahr gibt, und dann noch den Bildern misstraut, verliert Zeit, die bei guten Angeboten fehlt. Eine andere schreibt, der Suchagent sei zu langsam, gute Wohnungen seien „oft unter 10min“ weg.
Über die Höhe der Miete beschwert sich in den sichtbaren Antworten niemand. Daraus folgt nicht, dass die Miete egal ist. Die Frage zielte auf den Ärger bei der Suche, und wer über Preise klagen will, findet dafür andere Orte. Eine Person, die eine Wohnung kaufen will, ärgert sich über Verkäufer, die für sanierungsbedürftige Wohnungen ähnliche Preise verlangen wie für bezugsfertige. Eine weitere nennt das Mietanbot, das Suchende vor dem Vertrag unterschreiben, und bezeichnet das System dahinter als Lotterie, die nur Mieter spielen müssen.
3. Was diese Daten zeigen können und was nicht
Die Umfrage zeigt, welche Probleme Menschen von sich aus nennen, wenn man sie offen fragt. Sie zeigt nicht, wie verbreitet diese Probleme unter allen Suchenden in Wien sind. Wer teilnimmt, liest das Wohni Journal oder ist über unsere Kanäle darauf gestoßen, und wer sich ärgert, antwortet eher. Bei acht auswertbaren Antworten steht jede einzelne für 12,5 Prozent. Deshalb nennen wir hier Anzahlen und keine Prozente.
Auch das Wort „Fake“ ist mehrdeutig. In den Antworten meint es meist geschönte oder KI-erzeugte Fotos, in einer auch Inserate, über die nie ein Besichtigungstermin zustande kommt. Ob dahinter Betrug steckt, lässt sich aus den Antworten nicht sagen. Betrügerische Wohnungsinserate gibt es in Österreich aber nachweislich: Watchlist Internet, die Informationsplattform zu Internetbetrug, beschreibt seit Jahren dasselbe Muster mit angeblich im Ausland lebenden Vermietern, die vor der Besichtigung Geld verlangen.
4. Worauf Sie konkret schauen sollten
- Überweisen Sie keine Kaution und keine Miete, bevor Sie die Wohnung gesehen und den Vertrag unterschrieben haben. Das ist der zentrale Rat von Watchlist Internet.
- Seien Sie vorsichtig, wenn der Vermieter angeblich im Ausland lebt und die Besichtigung über einen „Agenten“ oder eine bekannte Plattform wie Airbnb abwickeln will. Laut Watchlist Internet ist das ein typisches Betrugsmerkmal.
- Fragen Sie vor dem Termin nach der genauen Adresse. Ohne sie können Sie Lage und Lärm nicht selbst prüfen.
- Vergleichen Sie bei der Besichtigung die Fotos mit dem, was Sie sehen. Wirken die Bilder auffallend perfekt, fragen Sie nach aktuellen Fotos.
- Fragen Sie kurz nach, ob die Wohnung noch frei ist, bevor Sie Unterlagen schicken. Das spart Zeit bei Inseraten, die längst vergeben sind.
Quellen
- Wohni Journal, Leser-Umfrage „Wohnungssuche in Wien“, öffentliche Ergebnisse (18 Teilnahmen, 17 Textantworten, davon 12 öffentlich; Abruf 03.11.2026)
- Watchlist Internet: Gerade auf Wohnungssuche? Vorsicht vor gefälschten Inseraten (Merkmale betrügerischer Inserate; Beitrag vom 25.08.2020, Abruf 03.11.2026)
